Einer der sensationellsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts – die Himmelsscheibe von Nebra – entpuppt sich offenbar als Farce. Wie einem bisher unter Verschluss gehaltenen Gutachten zu entnehmen ist, stammt das Objekt nicht aus der Bronzezeit – sondern ist allenfalls 35 Jahre alt.
In dem geheimen Bericht des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle/Saale, der epoc vorliegt, heißt es, dass der Spaziergänger Jan D.* im Herbst 2007 am Mittelberg, in unmittelbarer Nähe zur Fundstelle der Himmelscheibe, ein wenige Zentimeter großes goldfarbenes Objekt in Gestalt eines Satelliten entdeckte – und zunächst vermutete, dass es sich um den Teil eines Schlüsselanhängers handelt.
Erst als Jan D. private Aufnahmen der in Halle ausgestellten Himmelsscheibe am Computer bearbeitete, machte er demnach die folgenreiche Entdeckung: Der Angestellte einer Sparkasse hatte die Scheibe mit seinem Blitzlicht zufällig derart beleuchtet, dass sich bei der Bearbeitung ein Schatten zeigte, der in Größe und Form jenem goldfarbenen "Schlüsselanhänger" ähnelte.
Jan D. überließ das Stück daraufhin den Hallenser Archäologen – ohne je wieder etwas von ihnen zu hören. Zahlreiche Nachfragen blieben unbeantwortet. Am Ende leugneten die Forscher, das Objekt überhaupt erhalten zu haben.
Oben genannter Bericht offenbart nun den Skandal: Demnach war den Archäologen aus Halle schon Anfang 2008 klar, dass jenes Fundstück tatsächlich exakt in die nur im Schräglicht sichtbaren Vertiefungen passte. Aufgrund der offenkundigen Ähnlichkeit mit den anderen Goldapplikationen wurden zudem erneut Proben entnommen. Bei der Analyse zeigte sich, dass der so genannte geochemische Fingerabdruck der "Sterne" mit dem des "Satelliten" übereinstimmt. Das Edelmetall stammte also aus gleicher Quelle – und wurde somit schon bei der Herstellung der Scheibe angebracht.
Wie es in dem Gutachten weiter heißt, ergab eine Recherche beim Amt der Europäischen Union für die Eintragung von Marken und Geschmacksmustern im spanischen Alicante, dass es sich bei dem Satelliten um das Logo des sächsisch-anhaltinischen "VEB Goldflügel" handelt, eines volkseigenen Betriebs, der in den 1970er Jahren Sonnensegel für das sowjetische Raumfahrtprogramm entwickelte. Eine ehemalige Mitarbeiterin des "VEB Goldflügel" erklärte gegenüber epoc, dass damals Dutzende von den Scheiben an die russischen Auftraggeber verschenkt wurden. "Die haben wir in Nordkorea pressen lassen", erzählt Mandy F.* "Für 20 Ostmark das Stück".
Die Himmelsscheibe von Nebra galt als weltweit älteste bekannte Darstellung des Himmels. Die angeblich 4000 Jahre alte Bronzeplatte war im Sommer 1999 von "Raubgräbern" entdeckt worden und im Rahmen einer spektakulären Polizeiaktion sichergestellt worden. Schon bei den ersten Untersuchungen hatten Forscher Manipulationen entdeckt. So war mindestens einer der Sterne offenbar nachträglich versetzt worden. Nun scheint gewiss, dass es sich dabei schlicht um einen Produktionsfehler handelt.
Für eine Stellungnahme standen die Forscher des Hallenser Museums nicht zur Verfügung.
Den Beweis der Echtheit, von dem Ernst Pernicka spricht, würde ich sehr gerne sehen.
Er kann lediglich beweisen, dass die Scheibe älter als hundert Jahre ist und die Zusammensetzung der Metalle, sowie deren Herkunftsort. Das ist aber auch schon alles, was sich hinter den von den Steuerzahlern bezahlten, teuren und umfangreichen Gutachten versteckt.
Da es keinen Vergleichsfund gibt, wurde die heutige Himmelsscheibe von Nebra und ehemalige Sternenscheibe von Sangerhausen anhand der Beifunde datiert, die einem von dem Landesarchäologen Harald Meller beauftragten Gutachten zufolge defintiv nicht zusammengehören und den Ausgräbern der Scheibe zufolge dem Fund nachträglich hinzugefügt wurden und zwar aus dem einzigen Grund, um die Scheibe datieren zu können.
Die beiden Bronzeschwerter, die als Beifunde deklariert wurden, waren bereits zwei Jahre, bevor sie angeblich neben der Scheibe gefunden wurden auf dem Markt und sind unter anderem dem vorgeschichtlichen Museum in München angeboten worden.
01.04.2011, Mathias Mehofer, Vienna Institute for Archaeological Science
Ich kann Ernst Pernicka beipflicht, muss wohl ein Aprilscherz sein.
Vergleicht man die hier publizierte private Aufnahme der Himmelsscheibe im Schräglicht mit dem Originalphoto in der wissenschaftlichen Publikation von H. Meller, Der geschmiedete Himmel, 2004 auf 20, dann sieht man, dass genau dort, wo der vermeintliche "Eindruck" des ausgefallenen Logos/Satelliten ist, am Original jetzt noch ein weiterer Stern vorhanden ist.
Der wurde wohl bei der "Bearbeitung am Computer" gefliessentlich übersehen, obwohl alle anderen Sterne daruf zu sehen sind?
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1. Wir können es beweisen!
01.04.2009, Ernst Pernicka, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, Mannheim2. Prima, danke sehr!
02.04.2009, Kai Hiltmann, VS3. Der Artikel ...
30.04.2009, Anne Reichert, Ettlingen4. Leider kein Aprilscherz!
03.09.2010, Hildegard Burri-BayerEr kann lediglich beweisen, dass die Scheibe älter als hundert Jahre ist und die Zusammensetzung der Metalle, sowie deren Herkunftsort. Das ist aber auch schon alles, was sich hinter den von den Steuerzahlern bezahlten, teuren und umfangreichen Gutachten versteckt.
Da es keinen Vergleichsfund gibt, wurde die heutige Himmelsscheibe von Nebra und ehemalige Sternenscheibe von Sangerhausen anhand der Beifunde datiert, die einem von dem Landesarchäologen Harald Meller beauftragten Gutachten zufolge defintiv nicht zusammengehören und den Ausgräbern der Scheibe zufolge dem Fund nachträglich hinzugefügt wurden und zwar aus dem einzigen Grund, um die Scheibe datieren zu können.
Die beiden Bronzeschwerter, die als Beifunde deklariert wurden, waren bereits zwei Jahre, bevor sie angeblich neben der Scheibe gefunden wurden auf dem Markt und sind unter anderem dem vorgeschichtlichen Museum in München angeboten worden.
Das ist leider kein Aprilscherz!
5. Weitere Beweis, da wurde wohl ein Stern "verloren"
01.04.2011, Mathias Mehofer, Vienna Institute for Archaeological ScienceVergleicht man die hier publizierte private Aufnahme der Himmelsscheibe im Schräglicht mit dem Originalphoto in der wissenschaftlichen Publikation von H. Meller, Der geschmiedete Himmel, 2004 auf 20, dann sieht man, dass genau dort, wo der vermeintliche "Eindruck" des ausgefallenen Logos/Satelliten ist, am Original jetzt noch ein weiterer Stern vorhanden ist.
Der wurde wohl bei der "Bearbeitung am Computer" gefliessentlich übersehen, obwohl alle anderen Sterne daruf zu sehen sind?
In der Tat, netter Aprilscherz.
LG
Mathias Mehofer