Liebesbriefe
"So viele Grüße wie es Fische im Meer gibt"
Ein Kapitel widmete der Autor, ein gewisser "Guido", den Liebesbriefen. Der Geistliche aus Casentino gibt darin Turteltäubchen weisen Rat, ihre Herzensbotschaft fachgerecht zu Papier zu bringen. Dabei empfiehlt er den geneigten Lesern allerlei romantische Formulierungen – so wie diese: "Meine Liebe zu dir ist so tief, dass ich sie mit Worten nicht auszudrücken vermag, könnte auch jede Membran meines Körpers sprechen." Des Weiteren legt er Verehrern ans Herz, die Schönheit der Angebeteten mit wertvollen Edelsteinen zu vergleichen.
Besonders spannend ist, dass der mittelalterliche Experte in Liebesfragen auch Ratschläge für seine weibliche Leserschaft bereit hält. Spannend deshalb, weil Guidos Überlieferung damit beweist, dass bereits im 12. Jahrhundert auch viele Frauen des Lesens und Schreibens kundig waren.
Tabea Rueß



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