Titelthema: Altertum
Schwierige Nachbarn
Über Jahrhunderte waren Griechen und Römer Gegner der Perser. Doch bei allen Kriegen: Die Erzfeinde waren auch neugierig aufeinander. So ist die gemeinsame Geschichte des Westens mit Persien, der orientalischen Supermacht des Altertums, zugleich eine des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs.
Dem siegreichen Gegner gefiel das natürlich. Perserkönig Schapur I. aus der Dynastie der Sassaniden ließ seinen Triumph in Naqsh-i Rustam in Stein meißeln, der Grablege der Achämenidenherrscher und eine Art Staatsheiligtum seit den glorreichen Zeiten des achämenidischen Weltreichs: »Im dritten Feldzug marschierte Kaiser Valerian gegen Uns und mit ihm eine Heeresmacht von 70000 Mann. Es fand eine große Schlacht statt, und Kaiser Valerian wurde von Uns mit eigenen Händen gefangen genommen und in die Persis geführt.«


Hakan Baykal ist Redakteur bei epoc.
abrufen




Natur des Glaubens |
Gute Geschäfte |
Con Text |
Vergangenheitsstaub |
Hinter-Gründe | 





1. Schicksale nicht vergleichbar
09.02.2009, Dr. Theodor KisselDas stimmt nicht.
Einvernehmlich berichten nämlich Eutropius (Historiae Romanae Breviarium 9,7), Festus (Breviarium 23,8-13), Jordanes (Historia Romana 28,7) und Orosius (Adversus Paganos 7,22,3-4), dass Valerian am Perserhof ein schändliches Leben unter großer Demütigung führte. Lactanz (Über die Todesarten der Verfolger 5) wird noch deutlicher - ich zitiere: "Jedesmal wenn König Shapur in seinen Wagen stieg oder sein Pferd bestieg, hieß er Valerian kommen, befahl ihm sich auf alle Viere zu knien und den Rücken zu krümmen [...] Nachdem er sein schändliches Leben beendet hatte, wurde ihm die Haut abgezogen, diese mit Zinnober gefärbt und im Tempel der Fremden Götter ausgestellt". Aurelius Victor (Liber de Caesaribus 32,5) berichtet sogar, dass Valerian "auf schändliche Weise mit dem Beil erschlagen wurde".
Zusammengenommen ergeben diese Quellen ein ganz anderes Bild vom Ende des römischen Kaisers Valerian als das, welches der Autor dem Leser vermittelt.