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Nachrichten | 15.10.2008
MAYA

Ascheimport für Töpferwerkstätten

Gefäße aus reinem Ton sind spröde und brüchig. Deshalb "magerten" die Menschen der Vorzeit den Rohstoff, indem sie verschiedene Materialien, wie beispielsweise Sand, Stroh oder Muschelschalen untermischten. Zu diesem Zweck importierten die Maya der Stadt "El Pilar" vor 1200 Jahren sogar Vulkanasche aus mehr als 350 Kilometern Entfernung.

Wissenschaftlern war bekannt, dass die Maya in Belize ihre Gefäße aus einer Mischung von je 50 Prozent Asche und Ton fertigten. Jedoch waren sie bisher immer davon ausgegangen, dass die Indianer den Auswurf von lokalen Vulkanen verwendeten. Die Untersuchungen der Geoarchäologin Brisanne Catlin von der University of California zeigen etwas ganz anderes. Sie und ihr Team begutachteten Scherben aus "El Pilar" unter dem Mikroskop und machten eine erstaunliche Entdeckung: Die Aschepartikel in den Scherben waren noch spitz und eckig, so wie sie nur nach einer frischen Eruption vorliegen. Die Ablagerungen um die Metropole herum sind jedoch uralt. Damit war klar, dass die Indios die Asche importiert haben müssen.

Derzeit untersuchen die Forscher mehrere Feuerberge südwestlich der Mayastadt auf ihre chemische Zusammensetzung. Sie liegen über 350 Kilometer entfernt. Warum die Indianer die große Mühe auf sich nahmen, die Asche ohne Lasttiere und ausgebaute Straßen derart weit zu importieren, ist rätselhaft.

"El Pilar" gehört zu den klassischen Mayastädten und ist mit 15 Pyramiden ein großes Zentrum gewesen. Über 20.000 Menschen lebten hier zwischen 600 und 900 nach Christus. Die Anlange ist bisher noch nicht vollständig ausgegraben und freigelegt.

Robin Gerst
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