Seit genau drei Jahrzehnten berichtet "Spektrum der Wissenschaft" von der vordersten Front der weltweiten Forschung. Für unsere Jubiläumsausgabe haben wir zahlreiche hochrenommierte Forscher eingeladen – angeregt übrigens durch Emil du Bois-Reymonds Rede über "Die sieben Welträtsel", die er 1880 im Rahmen der Leibniz-Sitzung der Akademie der Wissenschaften hielt –, über die wichtigsten und interessantesten naturwissenschaftlichen Fragestellungen unserer Zeit zu sprechen. Viel Spaß!
Jenseits der Energien bisheriger Beschleuniger könnte das Standardmodell der Elementarteilchen in Schwierigkeiten kommen. Was immer also der nun eingeweihte Large Hadron Collider findet – es wird die Physik in Neuland führen.
Der Large Hadron Collider (LHC) bei Genf schlägt alle Rekorde. Doch schon
stehen Physiker auf der ganzen Welt in den Startlöchern, um ein noch
größeres Teilchenbeschleunigerprojekt anzugehen: den International Linear
Collider (ILC).
Die hindernisreiche Suche nach der Weltformel ist in
vollem Gange. Erstmals besteht Aussicht, die weit reichenden
Theorien der Forscher über Strings, Supersymmetrie
und Extradimensionen im Experiment zu überprüfen.
Seit fast 90 Jahren wissen die Kosmologen, dass unser Universum
sich ausdehnt – doch bis vor Kurzem ahnte niemand,
dass die kosmische Expansion sich beschleunigt. Wird man in
künftigen Jahren den Grund dafür verstehen?
Noch immer wird über die Deutung der Quantenmechanik debattiert. Immer raffiniertere Experimente zeigen, dass in der Quantenwelt der Begriff Information fundamentale
Bedeutung hat – auch für künftige technische
Anwendungen.
Mit der Entzifferung ganzer Genome erschließen sich einzigartige Chancen, mehr über den Menschen und seine Stellung in der Natur zu erfahren. Zugleich bekommen wir Werkzeuge für eine Neukonstruktion unserer natürlichen Beschaffenheit in die Hand.
Statt den Jungbrunnen zu suchen, sollte es uns künftig stärker darum gehen,
zu verstehen, was Altern überhaupt ist, wie es mit Krankheit zusammenhängt
und wie wir die gewonnene Lebenszeit auch noch genießen können.
Leben aus dem Nichts erschaffen kann die Biologie weiterhin
nicht. Doch vielleicht, meinen manche Protagonisten,
können schon bald Roboter Genome fast nach Belieben neu
synthetisieren und zum Leben erwecken.
Die Vision vom »semantischen Netz«, in dem die Software die Bedeutung
von Texten versteht, nimmt Gestalt an: zunächst für professionelle
Anwendungen, aber zunehmend auch für den Privatgebrauch.
Liegt die Zukunft unserer Energieversorgung in einer Verschmelzung von Photonik und Nanotechnologie? Lukas Schmidt-Mende vom Center for NanoScience an der LMU München sieht darin eine
Chance auf preiswerte Solarzellen für jedermann.
Vor fünfzig Jahren begann ein Aufbruch in den Geowissenschaften, der uns die Erde als dynamisches System zu begreifen lehrte. Heute müssen wir mit diesem Wissen unseren Heimatplaneten vor selbst verschuldeten Fehlentwicklungen bewahren.
Intelligenz erfordert eine Großhirnrinde – so hieß
es bisher. Doch Vögel besitzen ein anderes Gehirn
und sind trotzdem klug. Was also bestimmt den
Verstand des Menschen?
Die Frage danach, was gut und schlecht ist am "Hirn-Doping", lässt sich gar
nicht so leicht beantworten. Es ist aber unerlässlich, sich rechtzeitig mit
ihr auseinanderzusetzen, um die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.
Angesichts der politischen Umbrüche im 20. Jahrhundert müssen die Gesellschaftswissenschaften
eingestehen: Ihre Theorien haben versagt.
Einsicht tut Not, wollen sie die Veränderungen unserer Zeit richtig einschätzen.
Sie kennen das Standardgift gegen die kleinen Käsefresser? Wissen, wer das Schweigen der Gene erforscht? Wie man Unix in die Ferne kopiert? Oder gar, wer über Maskat und Oman herrscht? Ja? Das glauben wir Ihnen nicht.
Zur Beschreibung jeglicher Bewegung dient der mathematische Begriff der Funktion. Im Lauf der Jahrhunderte wurde er bis zur Unkenntlichkeit verfeinert.