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Nachrichten | 02.07.2008
MUSIK

Das Geheimnis der Stradivari

Keine Geige klingt so schön und erhaben wie eine Stradivari. Ein Rätsel war bislang allerdings, was die kunstvoll gefertigten Instrumente so einzigartig macht. Berend Stoel von der Universitätsklinik Leiden und der Geigenbauer Terry Borman sind diesem Geheimnis nun offenbar auf die Spur gekommen: Es liegt verborgen im Holz.

Mit einem Computertomografen durchleuchteten die Forscher acht moderne Violinen und fünf alte Stradivari. Der Vergleich ergab, dass die alten Instrumente eine weitaus gleichmäßigere Holzdichte hatten als die neuen Geigen. Da die Dichte des Holzes dessen Vibration beeinflusst, könnten diese Unterschiede den unverwechselbaren Klang der Stradivari verursachen.

Die Instrumente entstanden im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert, als sich Europa gerade mitten in der Kleinen Eiszeit befand, einer natürlichen Klimaschwankung, die den Kontinent merklich abkühlte. Da sich die Vegetationszeit damals durch die härteren Winter und kälteren Sommer entsprechend verkürzte, wuchsen die Bäume langsamer als heute, was die ungewöhnlich gleichmäßige Dichte des Holzes verursacht haben könnte. Nun hoffen die Wissenschaftler, den bislang unerreichten Klang der Stradivari mit Hilfe ihrer Ergebnisse eines Tages reproduzieren zu können.

Christoph Marty
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