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Nachrichten | 28.01.2008
GRIECHENLAND

Griechische Opferstätte viel älter als Zeuskult

Tonscherben vom Zeusaltar auf der Spitze des Lykaion oder "Wolfsbergs" in Arkadien belegen kultische Aktivitäten bereits um 3000 v. Chr. – rund tausend Jahre bevor der oberste Gott der Griechen erste kulturelle Spuren hinterließ. Weitere Funde zeigen, dass der Ort mehrere Jahrhunderte als religiöse Stätte diente, und offenbaren eine frühe Verbindung zur minoischen Kultur.

Den etwa 1400 Meter hohen Berg auf der Peloponnes rühmten Literaten wie Pausanias schon im Altertum als Kultstätte, wo zu Ehren Zeus' Brandopfer dargebracht wurden. Aus dem Aschealtar, einer Erdaufschüttung mit aufgehäuften Resten der Opfergaben, grub nun ein griechisch-amerikanisches Forscherteam um David Romano und Michalis Petropoulos bis zu 5000 Jahre alte Tonscherben aus. Weitere Fundobjekte wie Miniaturvasen, Ringe, Eisenklingen und -spieße sowie Silbermünzen datieren bis 200 v. Chr. Hinweise auf die in der klassischen Literatur erwähnten Menschenopfer fanden sich bislang nicht – sämtliche Knochenfunde sind tierischer Herkunft.

Durch weitere Grabungen wollen die Wissenschaftler klären, wie der Altar ursprünglich genutzt wurde, wie der Zeuskult also entstand. Mythologische Schriften nennen als Geburtsstätte des Zeus neben der Insel Kreta eben das Lykaion. Der dortige Fund eines Siegels mit einem frontal abgebildeten Stier aus der Spätminoik (wahrscheinlich 1500 bis 1400 v. Chr.) zeigt eine frühe Verbindung beider Kulturen. 

Markus Pohlmann/spektrumdirekt
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