Auch wenn sie aus einer Tiefe von 100 Metern nicht geborgen werden können, haben sie "einen enormen kulturhistorischen Wert," so Peter Norman vom schwedischen Reichantiquariats-Amt. Anhand von Unterwasseraufnahmen können die Forscher schließen, dass neun der einstigen Handelsschiffe vermutlich über 100 Jahre alt sind, ein weiteres stammt vielleicht sogar aus dem Mittelalter. Weil der Sauerstoffgehalt des Meerwassers in dieser Region gering ist und die Strömungen kaum zerstörerische Kraft entfalten, sind die Wracks bestens erhalten – bei dreien ist der Rumpf noch vollständig.
Bislang gab die Ostsee rund 3 000 Schiffsleichen preis. Gerade rund um die schwedische Insel dürften in Zukunft weitere Funde zu erwarten sein, denn schon zur Römerzeit war Gotland eine Drehscheibe des nordischen Seehandels mit Pelzen und Bernstein.
Von den bald beginnenden Bauarbeiten für die von Umweltaktivisten umstrittene Pipeline von Russland bis Mecklenburg-Vorpommern sind die Schiffe nicht bedroht. Im vergangenen Sommer wurde für eben jene Leitung ein 300 Jahre altes schwedisches Schiff geborgen, da es in der geplanten Trasse lag.
Nicole Mai





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