Mit 500 laufenden Metern an Dokumenten kam zwar nur ein Sechzigstel des Kölner Bestands in das dortige Archivamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, doch sind das allein 26 Tonnen. "Nasse oder feuchte Akten", so der Leiter des Amts Marcus Stumpf, "werden am besten wie Gemüse in Folie verpackt und eingefroren, um sie vor Schimmel zu schützen." Tatsächlich haben die vier Gefriertrocknungsanlagen, in denen die Bücher bis zu mehreren Tagen behandelt werden, Ähnlichkeit mit einem Küchengefrierschrank. Nur werden die Dokumente in den speziellen Kühlgeräten zusätzlich einem Vakuum ausgesetzt: So wird das Eis gasförmig und kann leicht abgesaugt werden.
Da die Archivalien bei dem Einsturz des Hauses auch mit alkalischem Betonsstaub in Berührung kamen, müssen sie zudem aufwändig gereinigt werden. Dies wird nach Einschätzung der Experten sicher noch ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen.
Wegen Pfusch bei Bauarbeiten zur Kölner U-Bahn war das sechsstöckige Stadtarchiv im vergangenen März eingestürzt. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Im Frühjahr soll die Suche nach und die Bergung von weiteren Dokumenten weiter gehen.
Nicole Mai





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