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Nachrichten | 26.02.2010
UNTERWASSERARCHÄOLOGIE

Bronzezeitliches Handelsschiff vor der Küste Devons

Vor fast 3 000 Jahren muss dass Handelsschiff vor der Küste der südenglischen Grafschaft Devon gesunken sein. Nun zeugt seine Ladung von den weitreichenden Handelsbeziehungen der Briten mit Völkern auf dem europäischen Kontinent.

Von diesen runden Kupfer- und Zinnbarren ...
Die Unterwasserarchäologen der South West Maritime Archaeological Group haben zwar vom Schiff selbst keine Überreste bergen können, doch stießen sie fast 300 Meter vor dem Küstenort Salcombe auf einen Teil der Ladung: bisher 295 Objekte mit einem Gesamtgewicht von mehr als 84 Kilogramm. Darunter befinden sich zahlreiche Kupfer- und Zinnbarren, drei Goldarmreifen – auch Torques genannt – und ein bronzenes Schwert.

Ein 45 Zentimeter langes Bronzeschwert ...
Die Metallbarren waren für die Herstellung von Bronze bestimmt. Während Zinn auch auf den britischen Inseln geschürft wurde, musste das Kupfer vom Festland importiert werden. Vorkommen finden sich beispielsweise auf der Iberischen Halbinsel oder in Österreich. Derzeit untersuchen Experten der University of Oxford die Isotopenzusammensetzung der Barren, um auf diese Weise die Herkunft der Metalle zu bestimmen.

Bronzeschwerter wie jenes unter der Fracht gefundene hatten in Britannien 300 Jahre zuvor Wurfspieße als bevorzugte Kampfwaffe abgelöst. Ob die 45 Zentimeter lange Waffe ein heimisches Erzeugnis war oder importiert wurde, ist noch nicht klar.

Unweit von Salcombe befand sich einst eine bronzezeitliche Siedlung. Daher vermutet das Forscherteam, dass das Handelsschiff – bei dem Versuch, nahe des Dorfes anzulegen – auf ein Riff gelaufen und versunken sei. Anhand der Fundmenge mutmaßen die Forscher, dass das einstige Ruderboot etwa zwölf Meter lang gewesen war, also ähnlich groß wie das berühmte Schiff von Uluburun, Türkei, aus dem 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Das wahrscheinlich mit Tierhäuten bespannte Schiff von Devon war mit Sicherheit für die Fahrt über den Ärmelkanal geeignet, allerdings sicher nicht hochseetauglich.

Nicole Mai und Ann-Kathrin Bonin
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