Schon in der Antike gab es Pilgerfahrten. Seither streiten sich Gegner und Befürworter über Sinn und Unsinn dieser frommen Reisen. Der Mystiker Thomas von Kempen notierte im 15. Jahrhundert: "Wer viel pilgert, wird selten heilig." Manche Gegner warnten vor dem Sittenverfall auf der Pilgerfahrt, andere spotteten über den eigentümlichen Reliquien- und Wunderglauben der Wallfahrer. Trotz der Kritik brachen viele Menschen sogar mehrfach in ihrem Leben zu den Gräbern oder Wirkungsstätten von Heiligen auf. Sie machten sich aus unterschiedlichen Motiven auf den weiten und oft riskanten Weg: um zu beten, zu bitten oder zu büßen. Einige der Pilger hatten keine religiösen Gründe für die beschwerliche Reise. Sie suchten Abwechslung vom Alltag, flohen vor Krankheiten wie der Pest oder suchten nach besseren Lebensbedingungen (S. 16)
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