Wenn die Forscher um Rene Larsen von der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen Recht haben, dann war die Karte einst in einem Schweizer Buch gebunden – und zwar zusammen mit zwei anderen Manuskripten. Das Team verglich die Dicke und Machart des Pergaments, auf dem diese Dokumente geschrieben waren, mit dem der Kartenzeichnung: Sie sind beinahe identisch. Schlagkräftiger noch: Die Wurmlöcher in einem der Schriftstücke und in der Vinland-Karte passen genau übereinander.
Auch entkräften die Forscher den Verdacht, der Kontinent jenseits des Atlantiks sei nachträglich in die Karte eingezeichnet worden. Denn der Leim der Bindung ist ins Papier gedrungen und hat die Schrift verfärbt. Dies ist überall in dem Dokument zu sehen – im Fall späterer Ergänzungen wäre dies unmöglich.
Auf der Karte sind Island, Grönland und das so genannte Vinland zu sehen – wahrscheinlich Neufundland. Bereits im Jahr 1000 hatten die Wikinger Nordamerika erreicht. Die Vinland-Karte tauchte erst 1957 bei einem Buchhändler in Barcelona auf. Ihre Authentizität wird seither heftig diskutiert.
Lisa Leander





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1. Sie ist nicht echt!
29.07.2009, Dr. Jürgen CladeNun unterscheidet sich aber ein durch Mahlen erzeugtes Pulver in Kornform und Korngrößenverteilung sehr stark von Pulven, die auf andere Weise hergestellt wurden. Deshalb ist eine mikroskopische Untersuchung der Partikel essentiell. Solche mikroskopischen Untersuchungen wurden bereits vor gut 30 Jahren durchgeführt: Erst von Walter McCrone (Analytical Chemistry Bd. 48, 1976, S. 676A-679A; Bd. 60, 1988, S. 1009-1018) und unabhängig von Kenneth M. Towe (Accounts of Chemical Research Bd. 23, 1990, S. 84-87). Bei den Anatas-Partikeln in der Tinte der Vinland-Karte handelt es sich um ein Industrieprodukt, hergestellt durch Fällen und Calcinieren von Titandioxid aus schwefelsaurer Lösung, wie sie beim Aufschluß des Titan-Minerals Ilmenit anfällt. Da das Verfahren erst seit den 1920er Jahren bekannt ist, muß es sich bei der Vinland-Karte um eine Fälschung handeln.
In dem sehr aktuellen Wikipedia-Artikel (http://en.wikipedia.org/wiki/Vinland_map) wird übrigens auch hierauf eingegangen: Larsen mußte auf der Konferenz zugeben, die Anatas-Partikel nicht mikroskopisch untersucht zu haben, was Kenneth Towe bemängelte.