Das klingt viel versprechend: "Jeder, der den Boden des Dogonlandes betritt, wird ein Mitglied der Dogonfamilie. Er wird geliebt, verehrt und mit offenen Armen empfangen." Ambaere-André Tembély lässt auf der Internetseite des Tourismusverbands Bandiagara keinen Zweifel daran, dass der entlegene Landstrich im Südosten Malis einen Besuch wert ist. Und tatsächlich lassen sich jedes Jahr etwa 75 000 Touristen davon überzeugen.

Nicht nur in ihren Kameras, auch in ihren Köpfen nehmen sie spektakuläre Bilder mit nach Hause: die schwindelnd hohe Sandsteinklippe der Falaise, die wie eine gewaltige Fes­tung aus der Savannenlandschaft ragt. Rötliche Sanddünen und feuchte, schattige Täler mit üppiger Vegetation. Pittoreske Lehmbauten mit spitzen Dächern und Tänzer mit geheimnisvollen Masken. Die meisten Gäste bleiben nur ein paar Tage, dann geht es schon weiter nach Timbuktu oder Djenné oder zu einem anderen Ziel ihrer Malirundreise. Doch das genügt vielen Besuchern, um unvergessliche Eindrücke zu sammeln. Und um Spuren im Leben ihrer Gastgeber zu hinterlassen. Positive oder negative. Oder auch beides …