Von den rund hundert Pyramiden Ägyptens sind die Pyramiden von Gizeh (Abb. 1) am bekanntesten. Die am westlichen Rand des Niltals rund fünfzehn Kilometer vom Stadtzentrum Kairos gelegenen Monumente sind die einzigen noch erhaltenen der in der Antike beschriebenen Sieben Weltwunder. Noch heute beeindrucken die in der 4. Dynastie – etwa zwischen 2500 und 2440 v. Chr. – errichteten Grabbauten der Könige Cheops, Chephren und Mykerinos durch ihre gewaltige Größe. Mit Höhen von 146.6, 143.5 und 65.5 Metern überragten sie vier Jahrtausende lang alles andere von Menschenhand Geschaffene. Die aus der Bauzeit überlieferten Texte geben nur wenige Einzelheiten über den Zweck und die Errichtung der Pyramiden preis. Deshalb untersuchen Wissenschaftler
die Pyramiden nicht nur mit archäologischen, sondern auch mit astronomischen Methoden. Ein Pionier auf diesem Gebiet war der englische Astronom Sir John Herschel (1792 – 1871, Abb. 3), dessen Vater, Wilhelm Herschel (1738 – 1822), unter anderem den Planeten Uranus entdeckte. John Herschel versuchte, die Ausrichtung der Grabkorridore der Pyramiden von Gizeh in Bezug auf den Sternenhimmel zu verstehen.
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