Pilgern/Motive der christlichen Wallfahrt
Letzte Rettung oder "falscher Wahn"
Bitten, büßen, beten. Seit der Antike begeben sich Menschen auf den Weg zum Seelenheil. Oft brachte ihnen das auch Kritik ein – nicht erst von Martin Luther.
Der Entdecker wusste, was man in ausweglosen oder gefährlichen Situationen tun musste: Wer die Hilfe Gottes oder eines Heiligen benötigte, verpflichtete sich zu einer außergewöhnlichen Tat wie etwa einer Pilgerfahrt und hoffte, dass Gott oder die Heiligen seine Gebete dann eher erhören würden.
Die Überzeugung, dass eine Gottheit sich an bestimmten Orten in eigener Person oder durch die Vermittlung von Heiligen als Helfer offenbart, gibt es nicht nur im Christentum. Wanderungen und Fahrten zu heiligen Stätten, Gräbern, Gnadenbildern oder auch zu lebenden Personen wie dem heiligen Antonius in Ägypten sind in den meisten Religionen bekannt und verbreitet


Manfred Becker-Huberti ist Honorarprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und Lehrbeauftragter an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Köln. Claudia Mocek ist Redakteurin bei epoc.
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