Doch jetzt entdeckten Gary Feinman und seine Kollegen vom Field Museum in Chicago das Grab eines Mannes, der sicher nicht zur Führungselite gehörte. Denn sein Grab war schlicht und lag unter dem einfachen Haus eines „ganz normalen“ Zapoteken. Offenbar war es einige Jahrzehnte nach seinem Tod geöffnet worden. Und offenbar war die symbolische Wirkung der Ahnenknochen nicht nur bei den Oberen Zehntausend geschätzt – auch wenn der tote Mann allenfalls das Oberhaupt seiner eigenen Familie war.
Die Zapoteken, deren Kultur in der Zeit von 300 bis 900 n. Chr. Ihre Blütezeit erlebte, verehrten ihre Vorfahren als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits. Das Volk aus dem Oaxaca-Tal im Süden Mexikos lebte wahrscheinlich in einer Art Siedlungshierachie, in der kleinere Dörfer an die Hauptstadt Monte Alban angegliedert waren.
Lisa Leander





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