Neue Ausgrabungen in Meroe
Das einst wichtigste Zentrum des nubischen Reiches von Kusch verdankte seinen Reichtum einer florierenden Eisenindustrie, von der riesige Halden mit mehreren tausend Tonnen Schlacke zeugen. Ihre Erforschung ist eines der Ziele neuerlicher Ausgrabungen.
Steffen Wenig
Zu seinen größten kulturellen Leistungen gehört die Entwicklung einer Schrift für das von den Kuschiten gesprochene Meroitisch, die in hieroglyphischer und kursiver Form aus 23 Buchstaben und einem Worttrenner besteht. Die vorliegenden Texte können zwar gelesen werden, doch sind weniger als 30 Wörter in ihrer Bedeutung bekannt, so daß das Meroitische noch immer zu den weitgehend unbekannten Sprachen gehört.
Etwa 210 Kilometer nördlich des Zusammenflusses von Weißem und Blauem Nil liegen die Ruinen der schon im 8. Jahrhundert vor Christus existierenden Stadt Meroe, dem wichtigsten Zentrum von Kusch. Viele unserer Kenntnisse über sie basieren auf außer-kuschitischen Quellen – beispielsweise auf Berichten antiker Schriftsteller wie Plinius und Diodor. Von Meroe, das bis ins 4. nachchristliche Jahrhundert existierte, brachen Gesandte nach Ägypten, Rom und Griechenland auf; von hier wurden Heere nach Norden geschickt, um gegen die Römer zu kämpfen, die nach dem Tode Kleopatras VII. die Macht in Ägypten übernommen hatten. Und bis an diese entlegene Stelle der Alten Welt kamen Händler, griechische Reisende und gar Spione des Kaisers Nero.
Noch heute künden die Ruinen von Temp


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