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1. Wahrheit und Fiktion
06.08.2011, Claus-Peter Petersmeines Erachtens ist der Ansatz, an den Koran quellenkritisch heranzutreten, der einzig gangbare Weg. Denn immerhin soll ein Prophet Worte Gottes in arabischer Sprache wort-wörtlich übermittelt haben. Daher ist neben der bereits erwähnten vokallosen Aufzeichnung des Korans die Herkunft der Texte selbst zu beleuchten.
Der Koran geht nämlich auf die Sammlung mündlicher Überlieferungen und schriftlicher Aufzeichnungen durch Dritte (nicht Mohamed selbst) unter dem 2. Kalifen Omar sowie die Überarbeitung der Texte unter dem 3. Kalifen Othman zurück, wobei anschließend alle abweichenden Fassungen vernichtet wurden. Eine solche Vorgehensweise hat im Übrigen noch nie einer lauteren Vorgehensweise entsprochen, insbesondere nicht vor dem Hintergrund der Absolutheitsansprüche bezüglich des Textes wie des Propheten selbst.
Überdies befremdet, dass dann die Person des Propheten (wie im Buddhismus) für die Lehre/Offenbarung keine Rolle mehr spielen soll.
Das aber ist der spannende Teil an der Untersuchung des Islam, insbesondere vor dem Hintergrund der „Wertigkeit“ dieser Lehre gegenüber solchen gleicher Ordnung. (Der Islam ist nämlich nur eine unter vielen Religionen!) Und wie überall woanders auch, weisen hier Schlüsselerlebnisse den Weg zum tieferen Verständnis.
Zu nennen sind im Falle Mohammeds die Verluste naher Angehöriger, zuvorderst der frühe Tod der Eltern. Die Heirat mit der 15 Jahre älteren und wohl erfahrenen Witwe Chadija wird einen Einfluss gehabt haben, sonst wäre er nach ihrem Tod nicht ausschweifend geworden.
Zudem gehört die persönliche Erfahrung von göttlicher Gunst und Gnade als göttliche Selbsterkenntnis zu einem versteckten dritten Erlebnis. Es ist die Tötung eines Menschen in Notwehr, für die der sich an Gott Wendende erfährt, dennoch göttliche Aufnahme zu erfahren. Spiegelbild in der Lehre ist, dass seine Anhänger keiner besonderen Erlösung (aus einem seelischen Geburtenkreislauf) bedürfen und Gott die Menschen im Diesseits wie im Jenseits richtet.
Fragt sich, was er mit den anderen Erlebnissen gemacht hat. Das sexuelle Erlebnis ist augenfällig und muss nicht diskutiert werden. Die Verluste naher Angehöriger hat er dazu benutzt, mit seiner Freiseele zu reisen. Mohammed hat schamanisiert, sonst hätte es nicht die berichteten merkwürdigen körperlichen Zustände, das Niedergeworfenwerden und seine Leidenserfahrungen gegeben. Auch diese Haltung findet sich in der Lehre widergespiegelt, weil Schamanen die ansonsten unüberwindliche Brücke zwischen Gott und den Menschen schlagen müssen.
Im Grunde also blicken wir auf einen gemischt mystisch-schamanischen Prozess, um Erkenntnisse aus dem Jenseitigen für die Anhänger auf die Erde zu transportieren. Hätte Mohammed Menschen mit anderen Erfahrungen kennen gelernt, hätte er möglicherweise sogar selbst seine Lehre mit anderen Augen gesehen.
Mit freundlichen Grüßen
2. repl. zu Leserbrief von Yannik Augustin
13.08.2011, Peter Junge, Krefeldliebe Grüße
3. Inhalt und Layout
21.08.2011, Detlef Schroedter, Hamburgepoc ist für mein Verständnis zwar Fachliteratur, aber kein Spezialmagazin. Es wendet sich an eine breite Menge "interessierter Laien" und "themenfremder Spezialisten", die neugierig auf Vielfalt und Grundsätzliches sind. Zu große Detailtiefe birgt schnell Gefahr, dass immer wieder einzelne Themen zu schwer werden oder Detailinformationen liefern, die letztlich nur für den Fachmann von Interesse sind.
Auch das Layout finde ich grundsätzlich gelungen. Die Spaltenbreite der Hauptartikel hat zumindest für mich die richtige Größe, um eine Zeile mit einem Blick zu erfassen und damit den Lesefluss zu erleichtern, die Randspalte lockert gerade auf textstarken Doppelseiten das Gesamtbild etwas auf und lässt es weniger "schwer" erscheinen - wobei mir jetzt erst bewusst aufgefallen ist, dass die Spalte Abschnittsweise mal rechts, mal links ist - zu dem Thema gibt es ja aber auch diverse Studien, die ein solches Layout unterstützen?
Alles in allem soll für mich epoc bleiben wie es ist. Das Einzige, das ich tatsächlich auch etwas lästig finde, sind die Zitate in der Randspalte, so sie denn einfach nur aus dem Text wiederholt werden. Die Zitate ziehen den Blick an, und meistens dann, wenn man im Text eigentlich gerade an ganz anderer Stelle ist. Und habe ich die enstprechende Passage bereits gelesen, dann werde ich aus der aktuellen Passage gedanklich wieder zurückversetzt, bin ich dort noch nicht angekommen, ist das Zitat ohne den nötigen konkreten Zusammenhang auch nicht wirklich hilfreich. Da gibt es vielleicht bessere Möglichkeiten, die Randspalte nicht zu nackt erscheinen zu lassen (vielleicht noch mal Kleinfakten wie Lebensdaten o.ä. zusammengefasst?).