Kaisergräber der Tang-Dynastie
In einem chinesisch-deutschen Gemeinschaftsprojekt werden unter anderem die gewaltigen Mausoleen der Herrscher der wohl größten Epoche des kaiserlichen China erforscht. Dank der im Lande zunehmenden Bedeutung der Archäologie und der Vermittlung westlicher Standards ist es nun möglich diese bislang kaum bekannten Monumente zu dokumentieren - eine erste Ma§nahme zu ihrer Erhaltung.
Wie der Zugang in eine Stadt mag dem zeitgenössischen Reisenden des achten oder neunten Jahrhunderts, wenn er den zentralchinesischen Anfang der Seidenstraße erreicht hatte, das Mausoleum eines Tang-Kaisers erschienen sein – und dies entsprach der Absicht, denn der Herrscher sollte im Tode nichts an gewohntem Prunk und Komfort missen und Ehrungen erfahren wie zu Lebzeiten.
Seit 1993 erfassen, vermessen und dokumentieren wir – Mitarbeiter des Römisch-Germanischen Zentralmuseums und Forschungsinstituts für Vor- und Frühgeschichte in Mainz – gemeinsam mit Kollegen vom Archäologischen Institut der Provinz Shaanxi in Xi'an diese monumentalen Grabanlagen aus einer Blütezeit einer der großen Hochkulturen der Menschheit.
Von den Bau- und Kunstwerken der wohl bedeutendsten und glanzvollsten Phase in Chinas Geschichte ist heute nur mehr relativ wenig zu sehen. Während der Dynastie der Tang, die von 618 bis 907 herrschten, dürfte China das flächengrößte und bevölkerungsreichste Land der Welt gewesen sein.
Man beschreibt diese Epoche, als das Reich sich zeitweilig bis weit nach Mittelasien erstreckte, gern mit Superlativen wie "Goldenes Zeitalter". China erlebte damals wirtschaftlich wie kulturell einen nie wieder gewesenen Aufschwung. Besonders das erste Jahrhunde


Alexander Koch studierte in Kiel und Mainz Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie sowie Mittlere und Neuere Geschichte. Er hat über frühmittelalterliche Funde im westlichen Teil Mitteleuropas promoviert und ist seit Anfang 1993 am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in Mainz tätig. Er beschäftigt sich mit der frühgeschichtlichen Archäologie im europäisch-asiatischen Raum, wobei sein besonderes Interesse kulturellen Fernbeziehungen und dem archäologischen Phänomen des Fremden gilt. In China hat er mehrfach länger geforscht.
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