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Chile: Älteste Eisenmine Amerikas

Älteste Eisenmine Amerikas
Bereits vor 12.000 Jahren bauten Chiles Ureinwohner Eisenerz ab. Das rote Oxid des Metalls war als Pigment begehrt und wurde für Felsbilder aber auch zur Körperbemalung oder zum Färben von Kleidung verwendet. Bei San Ramón, hoch über der Küste im Norden Chiles, entdeckten Archäologen einen 40 Meter langen Graben, aus dem die ersten Siedler der Huentelauquen-Kultur in bis zu sechs Meter Tiefe das eisenhaltige Gestein förderten.

Blick in die steinzeitliche Eisenmine ... | ... von San Ramón. Links steht noch eisenhaltiger Fels an, rechts das natürliche Gestein. Am Boden des Schachts sind deutlich die Stollen und Aushöhlungen der Huentalauquen-Bergleute zu erkennen.
Die Forscher bargen über 500 einfache Steinhämmer sowie Muschelschalen und Holzkohlereste. Die C-14-Datierungen ergaben, dass die Grube von 12.000 bis 10.500 vor heute durchgehend in Betrieb war. Sie wurde somit um ein Vielfaches früher genutzt als die bisher älteste Eisenmine Südamerikas, die man kurz vor der Zeitenwende angelegt hatte. Die lange Nutzungsdauer der Mine von San Ramón lässt darauf schließen, dass die Abbautechniken von Generation zu Generation weitergegeben wurden. "Hier gab es schon gegen Ende der Altsteinzeit eine Bergbautradition", betont Archäologe Diego Salazar von der Universidad de Chile.

Die Bergmänner der Huentelauquen haben mit ihren einfachen Steinwerkzeugen alles in allem rund 2000 Tonnen Gestein aus dem Felsen geschlagen. Dabei legten sie auch schmale Suchschächte und Höhlen an, durch die sie die rötlich-gelben Eisenadern verfolgten. Überdies weisen Knochen- und Schalenreste darauf hin, dass sich die Bergleute von Fisch, Muscheln und Fleisch ernährten.

Mit diesen einfachen Steinhämmern ... | ... schlugen die Bergmänner der Huentalauquen das erzhaltige Gestein aus dem Fels.
Vor rund 10.500 Jahren wurde die Mine stillgelegt – um sie gut 6000 Jahre später erneut in Betrieb zu nehmen. Wahrscheinlich hatten die Arbeiter jene Erzschichten ausgeschöpft, die mit Steinwerkzeugen zu bearbeiten waren. Erst eine fortgeschrittenere Werkzeugtechnologie ermöglichte es, die Schürfarbeiten wieder aufzunehmen.

Miriam Jolien Blümel

Current Anthropology 52, S. 463-475, 2011

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