Bilder einer Ausstellung | 22.06.2012

Jenseits des Horizonts

Was verbindet den 3500 Jahre alten Stadtplan von Nippur, den rund 500 Jahre jüngeren "Berliner Goldhut" und das vorderasiatische Tonmodell einer Tierleber aus dem 13. Jahrhundert v. Chr.? Sie alle legen Zeugnis darüber ab, wie die Menschen im Altertum ihre Umwelt wahrnahmen, erkundeten – und wie sie ihre Kenntnisse in Schrift und Kunst für die Nachwelt sicherten.

Schon die frühen Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens ließen ihren Blick in die Ferne schweifen. Priester zeichneten Himmelserscheinungen auf und erweiterten so über Jahrhunderte das astronomische Wissen. Doch nicht nur um der reinen Erkenntnis willen: Aus den Bewegungen der Gestirne ließen sich Vorhersagen treffen, die Zeichen der Götter deuten. Gleichzeitig wirkte sich das Wissen auch auf die Vorstellungen über die Götter aus. Re etwa, der ägyptische Sonnengott, steuert in einer Barke über den Horizont nach Westen. Des Nachts durchfährt er die Unterwelt, um morgens im Osten wieder aufzugehen.

Bis heute versucht der Mensch seine Umgebung zu durchdringen, sich Räume anzueignen – die wirklichen wie auch die imaginären. Dabei formen wir heute wie damals unser Umfeld nach unseren ganz eigenen Vorstellungen. Nicht nur durch den Bau von Städten und Straßen oder die Ausbeutung von Bodenschätzen: ebenso wenn in der Antike Landvermesser ganze Landstriche erfassten, indem sie Gebiete in ein System standardisierter Maßeinheiten übertrugen. In der Berliner Ausstellung "Jenseits des Horizonts" sollen daher auch antike Karten zeigen, wie der Mensch seine Umwelt ordnete. Denn keine Karte bildet die Welt so ab, wie sie wirklich ist. Vielmehr spiegeln sie wider, wie man glaubte, dass die Welt beschaffen sei.


Jenseits des Horizonts
Raum und Wissen in den Kulturen der Alten Welt
Eine Ausstellung des Exzellenzclusters TOPOI in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Vom 22. Juni bis zum 30. September 2012

Pergamonmuseum/Nordflügel, 1. Obergeschoss
Museumsinsel Berlin
Am Kupfergraben
10117 Berlin
Internet: www.jenseits-des-horizonts.de

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