Zweifellos gehört zu großen Entdeckungen auch das sprichwörtliche Quäntchen Glück. Doch Forschungseifer und Beharrlichkeit bereiten den Boden dafür. Das zeigte sich auch bei der jüngsten Entdeckung der Königsgrüfte auf dem westsyrischen Tell Mishrife, unter dem sich die bronzezeitliche Stadt Qatna verbirgt. Deren Ausgrabungsgeschichte begann schon in den 1920er Jahren, als französische Archäologen auf die Überreste eines Königspalastes stießen und ihn freilegten. Doch Wind, Sand und menschliche Bautätigkeit verschütteten die Ruinen wieder, sodass schließlich nicht einmal mehr ihre genaue Lage bekannt war. Auf dem Hügel schoss eine neue Siedlung aus dem Boden.

Erst viele Jahrzehnte später erhielt die Wissenschaft eine zweite Chance. Nachdem die moderne Siedlung abgerissen und wenige Kilometer entfernt wieder errichtet worden war, konnten Archäologen im Herbst 1999 erneut mit der Suche nach Resten der altsyrischen Kultur beginnen. Das internationale Forschungsprojekt – neben Tübinger Archäologen um Peter Pfälzner beteiligten sich auch Kollegen aus Italien und Syrien – hatte die genaue Erkundung und Dokumentation der Stadtanlage von Qatna zum Ziel. Außerdem wollten die Wissenschaftler die Reste des verschütteten Palastes wieder finden und vollständig freilegen.
Im Januar 2000 gab es bereits erste Erfolge zu vermelden: Unter dem Schutt der abgerissenen neuzeitlichen Häuser waren die Archäologen schon nach wenigen Zentimetern auf die Fußböden des bronzezeitlichen Palastes gestoßen, die aus einer bis zu zwanzig Zentimeter dicken Mörtelschicht bestehen. Die Dimensionen dieses Bauwerkes dürften zur Zeit seiner Blüte ihresgleichen gesucht haben: Es umfasste mehr als 18000 Quadratmeter, war von drei Meter dicken Mauern umgeben und ruhte auf mehr als vier Meter tiefen Fundamenten. Noch heute zählt die Anlage zu den größten Palastruinen Vorderasiens.
Wie sich zeigte, waren die französischen Archäologen Jahrzehnte zuvor nicht allzu gründlich vorgegangen. Das Tüb